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Die 5 größten Irrtümer zum Thema Wechseljahre

Aktualisiert: 24. Sept. 2021

#1: Die Wechseljahre beginnen erst jenseits der 50

Falsch! Bereits mit Ende 30, Anfang 40 beginnt die allmähliche Umstellung des weiblichen Hormonhaushaltes. Das ist ganz natürlich und nicht weiter schlimm – allerdings können bereits zu diesem Zeitpunkt erste Symptome des abfallenden Hormonspiegels auftreten. Wichtig ist, dass Sie die Symptome kennen und richtig einordnen können. Ansonsten werden – leider immer noch viel zu häufig – Symptome fehlgedeutet, was in wahren Arzt-Odyseen enden kann.

#2: Wechseljahresbeschwerden sind ausschließlich hormonell bedingt

Falsch! Keine Frage: jeder Hormonmangel sollte ausgeglichen werden. Und zwar individuell auf den Bedarf abgestimmt mit bioidentischen Hormonen.

Allerdings besteht der Körper nicht ausschließlich aus Hormonen. Ebensowichtig ist es, herauszufinden, ob es weitere Ursachen gibt, die Beschwerden machen könnten. Da wären beispielsweise die Mikronährstoffe wie Vitamine, Spurenelemente etc. Sehr oft sehe ich in der Praxis, dass Frauen in den Wechseljahren an einer Unterversorgung der Mikronährstoffe leiden. Allerdings wird dieser immens wichtige Bereich in der Schulmedizin völlig vernachlässigt. In der herkömmlichen Laborkontrolle werden diese Stoffe nicht bestimmt. Und wo nicht gemessen wird, besteht auf dem Papier kein Defizit. Ein grober Fehler, da besonders mit fortschreitendem Alter ein zunehmender Bedarf an Mikronährstoffen besteht, der aus der Ernährung allein kaum noch gedeckt werden kann.

Auch die seelischen Veränderungen spielen eine große Rolle. Ein neuer Lebensabschnitt deutet sich an. Das bereitet vielen Frauen Unbehagen, wenn nicht sogar Angst.

Fazit: die Wechseljahre sind eine Lebensphase, die ganzheitlich betrachtet, nicht lediglich auf die hormonelle Situation reduziert werden sollte.


#3: Sie hören überall, dass Sie da jetzt einfach "durch" müssen

Falscher als falsch: Dieser Satz bringt mich als Ärztin und Frau regelrecht auf die Palme!

Sie müssen nirgendwo "durch"! Sie müssen weder "aushalten" noch "dagegen ankämpfen". Das Einzige, was Sie tatsächlich tun MÜSSEN ist, sich zu informieren! Machen Sie sich mit Ihrem weiblichen Körper vertraut. Übernehmen Sie die Verantwortung für Ihre zweite Lebenshälfte. Warum Sie das tun sollten? Weil Sie Entscheidungen über Ihren Körper nicht anderen überlassen sollten. Bei der Gestaltung Ihrer Wechseljahre müssen Sie eine aktive Rolle übernehmen und das geht nur, wenn Sie sich wirklich grundlegend mit diesem Thema auseinandersetzen. Das hört sich viel zu anstrengend an? Ich kann Sie beruhigen. Das ist es nicht. Die weiblichen Hormone sind kein Buch mit sieben Siegeln. Sie brauchen lediglich einen Plan für die kommenden Jahre. Und eine vernünftige medizinische Begleitung auf Augenhöhe.


#4: Hormone machen dick

Falsch: Die natürlichen weiblichen Hormone machen nicht dick – im Gegenteil. Wenn sie im Defizit sind, steigt das Gewicht auf der Waage. Trotzdem hält sich das Gerücht, dass die weiblichen Hormone dick machen, hartnäckig. Viele Frauen setzen gedanklich die natürlichen weiblichen Hormone mit den synthetischen Hormonpräparaten gleich. Unter der synthetischen Hormontherapie mit den sogenannten Hormonderivaten, nehmen tatsächlich viele Frauen zu.

Bei der "typischen" Gewichtszunahme in den Wechseljahren spielen noch andere Faktoren eine Rolle: wer beispielsweise depressiv ist, bewegt sich häufig nicht oder nur selten, hat ein vermehrtes Bedürfnis nach kalorienreichem Essen (Chips, Schokolade, das Glas Wein am Abend...). Wer keinen Sport macht, ist eher müde. Und wer müde ist, findet nicht in die Laufschuhe – und schon befindet man sich in einer Negativspirale aus Schlappsein, Couch und Schokolade...

Fakt ist: der Stoffwechsel verändert sich mit zunehmendem Alter – er verlangsamt sich. Darauf sollten wir uns einstellen und unsere Lebensgewohnheiten auf den Prüfstand stellen.


#5: Sex im Alter existiert nicht

Falsch: In unserer Gesellschaft herrscht der Glaube, Sex sei nur für junge Menschen ein Thema. Fakt ist: unser Sexleben im Alter scheint von drei wesentlichen Faktoren abhängig zu sein:

  • dem eigenen Gesundheitszustand oder auch dem eigenen körperlichen Wohlbefinden

  • der hormonellen Situation in den Wechseljahren

  • der Einstellung zur Sexualität in der ersten Lebenshälfte

Fakt ist: Ältere Menschen haben mehr Sex, als allgemein angenommen wird. Sexualität ist also keinesfalls nur etwas für die Jüngeren – Sex fördert die Vitalität und ist gesund! Ein Grund mehr, diesen Lebensabschnitt aktiv (mit)zugestalten. Dann klappt es auch mit der Libido.







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